Themenplan 2017

Kultur

Kulturhauptstädte 2017

Aarhus und Paphos


Aarhus, Dänemark

Im Eisberg zuhause

Der „Eisberg“ mit elf spitzen und abgeflachten Gipfeln ist eine der exklusivsten Wohnanlagen der Welt. Derartig gewagte Architektur für eine Anlage hat mit 208 Wohnungen wohl noch niemand gesehen; das gibt es nur in Aarhus, europäische Kulturhauptstadt 2017. Schneeweiß steht „Isbjerget“ an der Aarhusbucht im neuen Stadtteil Aarhus Ø. Geplant hat ihn ein Architekt mit dem sprechenden Namen Mikkel Frost vom Architektenbüro Cebra.


Die Skater vom Eisberg

Die Menschen in Aarhus nennen die europäische Kulturhauptstadt 2017 „Stadt des Lächelns“. Warum das so ist, zeigt die zufällige Begegnung mit Ulrik und Lucas, zwei sportliche 16-Jährige vor „Isbjerget“ an der Aarhusbucht. Isbjerget, Eisberg; ist das luxuriöseste Wohnhaus im neuen Stadtteil Aarhus Ø, geschaffen vom dänischen Architektenbüro Cebra.


Die Seele der Stadt bewahren

Olav de Linde ist der führende Bauinvestor der Stadt Aarhus in Dänemark. Ihm gelingt es, behutsam die Seele der Stadt zu wahren. Wie er das macht und warum, zeigt er auf einem Rundgang durch die kommende europäische Kulturhauptstadt 2017.


Neuer Fluss an der Aarhusbucht

Stadttrips sind oft anstrengend. Die Füße qualmen, die Luft in den Museen ist oft trocken. In der kommenden Kulturhauptstadt Aarhus aber gibt es große und kleine Erholungsräume. Insbesondere der Fluss hat sich zu einer großen Quelle der Unterhaltung mit Restaurants und schönen Plätzen zum Spazierengehen gewandelt.


Bald ist das Latinerviertel unser Montmartre”

Der beliebteste Stadtteil der europäischen Kulturhauptstadt 2017 ist das Latinerviertel. Der älteste Stadtteil in Aarhus lebt von originellen Ideen oft junger Geschäftsleute. Wie das funktioniert, erklärt Kunsthändler Peter Simonsen bei einem Rundgang.


„Unterhaltung, Erholung
und kulinarischer Genuss“

Der Architekt Stephen David Willacy leitet das Planungsamt in Aarhus. Die zweitgrößte Stadt Dänemarks nimmt im Jahre 2017 den Rang einer europäischen Kulturhauptstadt ein. Im alten Industriehafen entsteht zurzeit der Stadtteil Aarhus Ø. Willacy verbindet dort modernes Wohnen mit Arbeiten, Freizeit und Studieren.


Kulturhauptstadt 2017

Paphos, Zypern

Feuerball über dem Haus des Dionysos

Urlauber auf Zypern dürfen sich auf ganzjährig warmes Wasser freuen. Dies liegt an der Lage der Insel am äußersten Rand des östlichen Mittelmeeres. Bis nach Beirut ist es nur ein Katzensprung. Wer sich auch für das antike Erbe der Insel interessiert, findet viele Reste der alten Kulturen. Unter diesen heben sich die prachtvollen Mosaiken in den antiken Städten Nea Paphos und Kourion hervor. In den schönen Bergen haben sich trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage bis heute viele Bergdörfer gehalten.


Kulturhauptstadt 2004

Lille, Frankreich

Provinzstadt schlägt Weltstadt

Kunst in Lille ist unerwartet gut, konzeptionell andersartig. Dies verdankt die nordfranzösische Stadt dem Dekret Napoleons, Kunst nicht ausschließlich in Paris zu zeigen. Und natürlich auch der Tatsache, dass Lille seit 2004 europäische Kulturhauptstadt ist. Museen in der Weltstadt Paris kommen konzeptuell dagegen reichlich verstaubt daher.


Stadt der Skulpturen

Beste Galerien für die Kunst

Die bedeutendste Galerie nördlich der Ruhr liegt in Münster, ausgerechnet dort, wo es den Bürgern genügt, sich an Stelle eines Kunstwerkes ein Zebrafell oder ein Plakat übers Sofa zu hängen. Seitdem es das Picasso-Museum gibt, hat sich Münster zu einer Stadt der Galerien entwickelt. Wie wird sich Münsters Kunstszene erst entwickeln, sobald die Stadt über ein eigenes Matisse-Museum verfügen sollte?


Bilder mit Sprengkraft

Wenn man sich in Münster umsieht, findet man eine lebendige Kunstszene. Künstler mittleren Alters stellen in Museen und Galerien aus. Manche haben schon renommierte Preise gewonnen wie den Henry-Matisse-Preis in Paris oder den Ernst-Hofer-Preis in Hannover für Fotografie. Beim regelmäßig stattfindenden „Schauraum“ sind sie sogar in ihren Ateliers anzutreffen. So heißt die münstersche Werkschau im September. Dies ist die bei allen Bürgern beliebteste Veranstaltung des Jahres, noch weit vor dem Stadtfest.


Aktivität

Radweg der Delikatessen

Der Radwanderweg „La Vélodyssée“ ist 1200 Kilometer lang, durchquert die Bretagne und führt am Atlantik entlang bis zur baskischen Küste. Die hier ausgewählte Strecke beginnt südlich der Loire in St. Nazaire und führt über Noirmoutier nach Bretignolles sur mer. Da die Strecke flach ist, eignet sie sich gut für Einsteiger ins Radwandern. Naturerlebnisse und kulinarische Genüsse bieten sich entlang der Strecke an.


Von der Party- zur Outdoorinsel

Ibiza ist vielen Touristen ähnlich wie Mallorca nur als Party- und Strandinsel bekannt. Doch zurzeit wandelt sich die Struktur, denn immer mehr Einheimische spezialisieren sich darauf, den Menschen die Reize beim Kajakfahren, Nordic Walking und Wandern aufzuzeigen.


Paradies am Vulkan

Das bohnenförmige Eiland ist wie fast alle ozeanischen Inseln vulkanischen Ursprungs. Gut 1.000 Kilometer von Lissabon entfernt, 500 nördlich der Kanaren, 650 westlich von Marokko: Madeira war immer weit genug von allem entfernt, um sich selbständig zu entwickeln. Im Süden wohnen und wirtschaften aufgrund des gut zugänglichen Geländes 85 Prozent der Inselbevölkerung. Villen, Hotels und sich zwischen Bananenstauden, Zuckerrohrpflanzungen und Weingärten versteckende Landhäuser geben ihre prächtigen Gärten nur denen preis, die in ihnen lustwandeln.


Hotelgast im Luxuszelt

Der Gast zeltet in einem der nur sechs schneeweißen Kuppelzelte auf einem 1200 Meter hohen Berggipfel. Dort fahren keine Autos. Mehr Zelte gibt es nicht. Ruhe ist also garantiert. Innerhalb der Zelte hört man nichts vom Wind. Vom großen Panoramafenster aus lässt sich die Gebirgswelt der Serra da Gardunha in Zentralportugal genießen, vielleicht mit einem der ausgezeichneten portugiesischen Weine oder mit schmackhaften Kirschen, für die die Region bei Fundão berühmt ist.


„Ich sehe zum ersten Mal
einen Fisch aus der Eiszeit“

In der Nähe von Almeida in Zentralportugal gibt es einzigartige Felszeichnungen. Sie sind wohl die ältesten Europas. Steinzeitmenschen haben dort über mehrere Kilometer in einem Flusstal Hunderte von Tieren in Felswände geritzt. An dem heute noch existierenden Fluss können Touristen besondere Stunden der Nacht erleben, wenn das Wasser rauscht, Grillen zirpen und Frösche quaken. Fremdenführerin Ana ist speziell geschult und bringt einem im Lichte ihres Scheinwerfers die Welt vor Tausenden von Jahren nahe. Denn nur in der Nacht lassen sich die Tiere deutlich erkennen.


Wellness im Gourmetsalz

Die Algarve genießt selbst unter Portugiesen das Image, Ballermann auf Mallorca ähnlich zu sein. Das mag für Orte wie Albufeira an der Felsalgarve zutreffen. Doch an der Sandalgarve gibt es richtig gute Qualität wie Gourmetsalz und aus Korkeiche gestaltete Kleidung. Geheimtipp: Pfiffige Unternehmer haben dort Bedingungen wie am Toten Meer geschaffen, das bisher fast nur Portugiesen als Wellness-Angebot wahrnehmen. Urlauber können dort in Gourmetsalz baden. Danach fühlt man sich besser als nach jeder Massage, denn diese Behandlung tut garantiert auch nicht weh.


Feiern

Vor der Siesta in den Schlamm

Karneval in galizischen Dörfern ist kaum bekannt. Dabei ist er spannend, da teilweise dem alemannischen Fasching ähnlich. Wie Wölfe, Löwen und Leoparden aussehende Jecken schlagen mit Peitschen und Schweineblasen auf Zuschauer ein. Woanders liefern sie sich Schlamm und Mehlschlachten, tragen gigantische Ameisen durchs Dorf. Die lustigsten Karnevalsorte sind Laza, Verín und Xinzo de Limia an der spanisch-portugiesischen Grenze.


Kulinarik

Insel des Gourmetsalzes

Noirmoutier gehört zum Norden der Vendée, ein Département mit einer 250 Kilometer langen Küste. Dort startet im Juni 2018 das berühmte Radrennen “Tour de France”. Ihr Gebiet erstreckt sich südlich der Loire zwischen den Städten Nantes und La Rochelle, gut 1500 Kilometer von Deutschland entfernt. Die Insel ist eine der wenigen in Europa noch vorhandenen Produktionsstätten des begehrten Gourmetsalzes, das wegen seiner Qualität Salzblume heißt. In Europa wird das hier allen Gourmets bekannte „Sel de Fleur“nur an vier Orten in Frankreich, an drei Orten in Portugal und an einem in Spanien gewonnen.


Auf der Jagd nach edlen Pilzen

In ein Grimmsches Märchen zurückversetzt, fühlen sich Besucher der Provinz Soria in den Wäldern der ehemaligen spanischen Königreiche Kastilien und León. Wie Rotkäppchen tragen Pilzsammler geflochtene Körbe. Sie ernten, ohne zu säen: Soria ist ein Dorado für Pilzkenner. Restaurants bereiten Speisen aus Steinpilzen oder Trüffeln zu. In Navaleno gibt es eine Farm des größten Trüffelunternehmens der Welt.


Spanien bringt Öko-Erdbeeren
auf deutschen Markt

Im Supermarkt fragt man sich schon, ob die Erdbeeren lecker und gesund sind. Besonders spanische Produkte genießen ein schlechtes Image: Erdbeeren, Gurken, Tomaten und Paprika weisen öfters Insektizide und Pestizide auf. Doch jetzt tritt eine Wende ein: Auf andalusischen Erdbeerplantagen bekämpfen Insekten Feinde der Erdbeere. Was tut sich in der biologischen Landwirtschaft? Ist auch drin, was auf dem Etikett steht?


Natur

Auf der Vogelflugroute

Matsåke Bergström ist einer der besten Vogelmaler Schwedens. Er lebt in Norrfjärden in der Nähe von Piteå in Norrbotten, Schwedens nördlichster Provinz. Bergström ist auf die Darstellung von Vögeln in Bewegung spezialisiert. Diese Fähigkeit bringt er mit Zeichnungen in Vogelfachbücher ein.


Geschichte

Mit dem Entdecker Brasiliens Pedro Cabral auf Weltreise

Am Rande des Hochgebirges stellt sich Portugal in einem wenig bekannten Museum seiner Kolonialgeschichte in Brasilien. Denn aus der historischen Kleinstadt Belmonte in der Serra da Estrela stammt der in seinem Lande berühmte Seefahrer Pedro Álvares Cabral. Nur acht Jahre nach der Entdeckung Amerikas entdeckt er im Jahre 1500 Brasilien. Im „Museu dos Descobrimentos“ können Besucher seinen Spuren folgen.


Mitleid mit Indios
Massaker an unschuldigen Mauren

Was für ein Mensch ist Portugals berühmter Seefahrer Pedro Álvares Cabral? Er entdeckte 1500 Brasilien, ist mit dem ihm persönlich bekannten Vasco da Gama die zentrale Figur in der Geschichte der portugiesischen Entdeckungen. Im „Museu dos Descubrimentos“ in Belmonte am Rande der Serra da Estrela wird der gebrochene Charakter des Sohns der Stadt zu wenig herausgestellt. Anschauliche Berichte eines Faktoreibeamten und eines Lotsen von Bord des Flaggschiffes der Entdeckerflotte erlauben einen Einblick in die zwei Gesichter des als Diplomaten ausgesandten Landadeligen.