Schauraum

Lesen Sie hier einen Auszug aus der Reportage:

Preisgekrönte Künstler hart an der Grenze

(...) Der Speicher II liegt im Stadthafen, in dem ab Juni 2017 wohl die neuen Skulpturen der alle zehn Jahre stattfindenden Skulpturenausstellung ihr Zuhause finden. Von der industriellen Vergangenheit zeugt der schöne Speicher II. In ihm sind auf fünf Etagen etwa 40 Ateliers für zum Beispiel Fotografen, Designer und Architekten untergebracht. Die Stadt Münster vermietet insgesamt vier Atelierhäuser an Künstler, die jeder am Schauraum-Wochenende bequem besuchen kann.

Ausführliche Informationen zum Schauraum-Wochenende im unter www.muenster.de/stadt/tourismus/schauraum2016.html

Die besondere Methode T. W.s ist die Verfremdung; bei vielen anderen Künstlern in Münster ist solch ein einfaches Mittel schlicht nicht vorhanden. Mit Landschaftsbildern hat sich W. einen Namen gemacht. Auf einem Foto stehen gut 20 weiße, ockerfarbene und rote Hochhäuser eng als Gruppe nebeneinander. Manchmal zu dritt, dann nur zu zweit. Sie wirken wie Bauklötze, weisen um die 20 Etagen auf, zu erkennen an regelmäßig angeordneten Fensterreihen. Es gibt keine Wege und keine Menschen.

Hinter den Häusern sind jedoch sandfarbene Wege zu sehen. Einige Häuser stehen auf Stelzen. Links von ihnen befinden sich flache Gebäude und offenbar eine Fabrik, denn ein Schornstein ragt empor. Violetter Schatten fällt auf den Boden, manchmal von hellerem Licht unterbrochen. Nur braune und ockerfarbene Erde ist zu sehen. Der Blick fällt auf Dächer, denn die Häuser befinden sich in einem Tal. Braune Berge dahinter liegen höher als die Häuser und umschließen das Wohngebiet fast komplett.

Video: Preisgekrönte Künstler

Der Betrachter schaut aus der Vogelperspektive darauf, als säße er in einem Flugzeug. Dies verstößt gegen Sehgewohnheiten. Denn von oben sieht man die isolierten Häuser in der Mondlandschaft. Man fragt sich, wie es früher ausgesehen hat. Es ist ein Kohleabbaugebiet in der Lausitz. Diese Landschaft hat er nur einen halben Meter über dem Erdboden fotografiert. Daher sind die Berge zu erklären, obwohl man schon sieht, dass sie nicht viel höher als die Häuser liegen. Das Bild ist eine Illusion.„Ich arbeite auf Grund der verschiedenen Serien und ihren unterschiedlichen Konzepten mit allen Kamerasystemen. Bei den 'Real Landscapes' benutze ich eine 4x5 inch. Kamera mit Farbnegativfilm. Anschließend wird der Film gescannt und die ausgewählten Motive werden digital optimiert. Es findet aber keine Montage statt. Die weitere Produktion übernimmt ein Fachlabor.“ (...)

Sie wollen diesen Text in Ihrer Publikation veröffentlichen?

Preis für ca. 12.450 Zeichen: 650 Euro

 

Aktion_Amazon_120x600