Reiserecht

In Kooperation mit Rechtsanwalt Horst Dietz aus Bonn informiert Sie das Redaktionsbüro Benning an dieser Stelle über interessante Urteile, die Sie und Ihren Urlaub betreffen können.

Vollständige Zahlung bereits bei Buchung

Luftfahrtunternehmen dürfen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen  be- stimmen, dass der Flugpreis - unabhängig von seiner Höhe oder dem  zeitlichen Abstand zwischen Buchung und Flugantritt - bereits  unmittelbar bei Abschluss des Luftbeförderungsvertrags vollständig zu  bezahlen ist.

(BGH, Urteile vom 16.02.2016, Az.: X ZR 97/14, X ZR 98/14 und X ZR 5/15)

Anscheinsbeweis gegen Hotel

Nach erstem Anschein kann erst dann davon ausgegangen werden, dass für eine Virus- und Keimepidemie von Gästen das Hotel verantwortlich ist, wenn nachgewiesen ist, dass mindestens zehn Prozent der Gäste daran erkrankt sind. Dies entschied das Amtsgericht München. Ein Pärchen hatte geklagt, dessen Urlaub in einem Hotel in Griechenland wegen unter anderem massiver Magen-Darm-Be- schwerden nicht erholsam war

(AG München, Urteil vom 12.05.2015 Az.: 283 C 9/15, rechtskräftig).

Kündigung wegen erfolgloser Reservierung einer Babyreihe

Im zu Grunde liegenden Fall begehrten Eltern, die  von einem Reisevertrag wegen einer gescheiterten Flugsitzplatzreservierung in der Mutter-Kind-Reihe zurückgetreten waren, eine Rückzahlung der Anzahlung des Reisepreises, die Zahlung einer Entschädigung für den vertanenen Urlaub und die Erstattung vorgerichtlicher Anwaltskosten. Den klagenden Eltern erkannte das Gericht lediglich einen Anspruch auf Rückzahlung der geleisteten Anzahlung zu. Eine Berufung hatte keinen Erfolg.

Wichtig zum Verständnis des Rechtsstreits ist, dass die Sitzplatzreservierung in der Mutter- Kind-Reihe ohne Kenntnis des Reise- veranstalters vorgenommen wurde. Denn die Reservierung erfolgte durch das Reisebüro unmittelbar bei der Fluggesellschaft. Gleichwohl richteten sich die Ansprüche der klagenden Eltern gegen den Reiseveranstalter.

Das Gericht vertrat hierzu die Ansicht, dass sich der Reiseveranstalter die ohne seine Kenntnis vorgenommene Sitzplatzreservierung des Reisebüros (nämlich unmittelbar bei der Fluggesellschaft) nicht als im Rahmen des Reisevertrages zu berücksichtigende Sonder- wünsche des Reisenden zurechnen lassen muss. Darüber hinaus führte das Gericht aus, dass ein fehlender Sitzplatz in der "Babyreihe" es für einen durchschnittlichen Reisenden nicht unzumutbar mache, eine längere Flugreise mit einem Kleinkind zu unternehmen

(OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 17.4.2014 - 16 U 75/13)

Pflichten eines Reiseleiters

Von erwachsenen Teilnehmern einer Gruppenreise kann erwartet werden, dass sie „entstehende Konflikte und Auseinandersetzungen selbst regeln und lösen. Der Reiseleiter – als Vertreter des Reiseanbieters – hat keine Verpflichtung einzugreifen. Er sei nur zuständig für die Organisation von Reiseablauf, Unterkunft und Verpflegung.

 (LG Frankfurt a.M., AZ.: 2-24 S 70/13)

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Rechtsanwalt Horst Dietz

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