Pedro Álvares Cabral

Lesen Sie einen Auszug aus der Reportage:

Mitleid mit Indios

Massaker an unschuldigen Mauren

Die zwei Gesichter des Pedro Álvares Cabral

(...) Der Aufbruch Cabrals diente vor allem dem Zweck, mit indischen Küstenstaaten gewinnträchtigen Handel aufzubauen, wo arabische, jüdische und ägyptische Händler seit Jahrhunderten ein Monopol auf den Zwischenhandel mit Spezereien und Luxusartikeln innehatten. Direkte Seewege waren ungemein wichtig, um hohe Zölle in Zwischenhäfen zu vermeiden. Gewürze waren nicht nur wegen des guten Geschmacks begehrt, sondern vor allem zur Konservierung von Fleisch enorm wichtig und im Vergleich zu heutigen Preisen ungemein teuer. Vasco da Gama hatte dies schon auf einer seiner berühmten Entdeckerfahrten um das Kap der Guten Hoffnung vor Cabral erfolglos versucht. Denn er trat als schlechter Diplomat auf und hatte nicht wirklich den indischen und arabischen Kaufleuten etwas im Gegenzug anzubieten. Vasco da Gama brachte von seiner Fahrt nach Calicut, die damals wichtigste Hafenstadt des Ostens, aber immerhin die hoffnungsvolle Nachricht mit, dass dort Christen lebten. Dies stimmte zwar nicht. Aber es versetzte den Königshof in Lissabon in große Aufbruchstimmung, gedachte man, mit den Christen die muslimischen Araber in eine Flügelzange zu nehmen und so deren Monopol so zu brechen. Ein verhängnisvoller Irrtum, denn die Einschätzung da Gamas war falsch. Dort lebten Moslems.

Durchstreifen und erleben Sie in diesem Video das “Museu do Descubrimento” mit Pedro Álvares Cabral.

In Cabral sah König Manuel I. den geeigneten Mann, die Dinge diplomatischer als Vasco da Gama in die Hand zu nehmen. Wie der Historiker Johannes Pögl in seinem Werk „Die Entdeckung Brasiliens“ beschreibt, wurde selten „eine Expedition dieser Art mit größerer Sorgfalt vorbereitet. Auf den Schiffswerften und in den Arsenalen Lissabons herrschte rege Betriebsamkeit, denn dreizehn Schiffe mussten innerhalb kurzer Zeit klar gemacht werden. Zu diesen zählten erstmals Karavellen, deren Fähigkeit, Lasten zu transportieren, jene der bisher auf den Erkundungsfahrten entlang der afrikanischen Küste eingesetzten Schiffe bei Weitem übertraf. Man nannte diesen neuen Typ „runde Karavelle, da ihr breiter und bauchiger Bug sowie die riesigen, an Rahen befestigten und vom Wind aufgeblähten Segel diesen Eindruck hinterließen und sie von den niedrigeren Galeeren der Mittelmeerschifffahrt und den zuvor nur mit Lateinsegeln ausgestatteten kleinen Karavellen unterschied.“ (...)


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