Feuerball über dem Haus des Dionysos

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Feuerball über dem Haus des Dionysos

Im „Haus des Dionysos“, es handelt sich wohl um das pompöse Stadthaus eines hochrangigen Bewohners, fallen besonders lebendige Mosaiken auf. Sie befinden sich auf gut erhaltenen Fußböden eines 2000 Quadratmeter großen Hauses. Es stammt aus der Zeit um 200 nach Christus. Davon sind allein 556 Quadratmeter mit Mosaikfußböden herausragender Qualität erhalten. Friedlich wirkt eine der Szenen mit einer barbusigen Dame mit Trauben und Blättern im Haar, einer Trinkschale in der Hand. Sie sitzt auf einer Decke, ihr gegenüber ein halbnackter Mann mit Blättern auf dem Haupt und einer Weinrebe in der Hand. Der Titel: „Die ersten Weintrinker“. Der durch seine Attribute unverwechselbare griechische Weingott Dionysos und die Nymphe Akme geben ein Beispiel für den vernünftigen Umgang mit Wein; folglich eine Szene aus dem griechischen Mythos. Die Mosaiken stammen aus einer Zeit, in der das Christentum zwar schon toleriert wurde, sich aber noch nicht als alleinige Staatsreligion durchgesetzt hatte. Im Gegensatz zu den Szenen in Kourion wird hier heidnisches Leben mit Figuren aus der mythischen Welt dargestellt.

Noch spannender wird es im Nachbarhaus, dem nun aus dem 4. Jahrhundert nach Christus stammenden „Haus des Aion“, eine Entwicklung zu entdecken, die hauptsächlich in den Motiven besteht. Der Dionysos-Zyklus gehört zu dem Besten, was heute noch an römischer Mosaikkunst erhalten ist. Er wird als Gegenmodell zum Christentum gedeutet, weil hier Dionysos als Alleingott auftritt. Es gibt im Haus des Aion eine Personengruppe innerhalb des Dionysos-Zyklus. Ein auf einem Felsen sitzender Mann mit einen Blätterkranz auf dem Kopf hält einen Ast mit Blättern zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Hand liegt auf einer Leier. Vor ihm ein bärtiger Mann mit bestürztem Gesichtsausdruck. Des Rätsels Lösung: Der an der Leier zu erkennende Gott Apollon befiehlt, den Satyr Marsyas zu häuten, der ihm in einem Flötenwettbewerb vor den Musen unterlag.

Bisher kommt die Vielfalt und Pracht der Ausgrabungen auf Zypern in der Fremdenverkehrswerbung leider nicht angemessen zum Tragen. Zypern unterscheidet sich im Bordmagazin der Fluglinie nicht wesentlich von anderen Mittelmeerländern. Das Besondere der Insel, der Städte und der Landschaft kommt nicht zur Geltung.

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