Erdbeeren für Europa

Biowaffe gegen Parasiten

Bald liegen wieder die ersten Erdbeeren in deutschen Supermarktregalen aus. Sehr viele von ihnen stammen aus Spanien, wo 575 Millionen Erdbeerpflanzen auf gut 6.340 Hektar wachsen. Aldi, Edeka und Lidl werden dann damit werben, dass sie nicht nur konventionell angebaute Früchte anbieten können, sondern auch Erdbeeren aus ökologischem Anbau. Diese stammen von andalusischen Plantagen. Erfüllen Landwirte und Züchter nun wirklich den Anspruch, die Früchte energetisch, ökologisch und ästhetisch zu erzeugen?

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(...) Picón fühlt sich sichtlich etwas angegriffen. Er sagt, er kenne diese Varietät nicht. Dabei baut er Blaubeeren an. Da er kein Neuling ist, müsste er sich also auch mit Heidelbeeren auskennen. Er behauptet, dass sich die Hände seiner Arbeiter auch blau färbten. Doch das stimmt nicht. Die einer Arbeiterin sind sauber, weil die Heidelbeeren innen weiß sind. Und ihnen entrinnt ein klarer Saft. Der Grund für seine Haltung liegt auf der Hand: Das Aroma ist den andalusischen Bauern und Züchtern wichtiger als der Nährstoffgehalt.

(...) Vielleicht tut man dem Bauern aber etwas unrecht. Die Haupterntezeit beginnt erst in vier Wochen. Daher ist ein Besuch des Zuchtbetriebes „Fresas Nuevos Materiales“ (FNM) in Huelva sehr lehrreich. Dort erzählt Dr. Antonio Refoyo Píriz, technischer Direktor, wie Erdbeerzucht und Anbau funktionieren. In der Sprache eines Züchter wie Refoyo heißt das, Materialien entwickeln, die auf dem Markt wettbewerbsfähig sind. „Die schmackhaftesten Erdbeeren erntet man zwischen Ende April und Juni“, sagt Refoyo Píriz. „Diesen Markt haben wir in der Vergangenheit verloren. Wir müssen ihn zurückgewinnen. Denn die Erdbeerzucht ist ein komplexer Markt, da man sich an den Geschmack der Konsumenten anpassen muss.“ (...)

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