Am Canyon mit dem Froschflüsterer

Lesen Sie einen Auszug aus der Reportage:

Am Canyon mit dem Froschflüsterer

Im ersten privaten Naturreservat Portugals vermehren sich jetzt Adler und Geier

„Fünf weitere Biologen sowie Studenten und Feldarbeiter halfen uns, die Brache in das Reservat umzuwandeln“, erzählt er während der zum Teil heftig schaukelnden Fahrt auf dem Schotterweg. Am Wegesrand steht ein Trecker mit Zäunen zum Schutz des Areales vor Wildbiss. „Erste Zäune zogen wir 2008. Denn so wollen wir die hier im selben Jahr angesiedelten Wildpferde der iberischen Rasse Garrano am Betreten besonders schützenswerter Flächen hindern. Einerseits erhalten wir so diese Art. Andererseits reduzieren die Tiere die Waldbrandgefahr, da sie die Entstehung großer Grasflächen verhindern“, erzählt er. Sie trügen auch dazu bei, Arbeitskosten zu sparen, da sie die Spitzen der Sträucher fräßen. Sonst müssten diese manuell geschnitten werden. Nicht zuletzt düngten Pferdeäpfel den Boden. Tatsächlich grast in der Nähe eine Herde. Die gut zehn Tiere flüchten nicht, weil sie Menschen in Autos nicht fürchten. Wer in Portugal ein Reservat mit Tieren und Pflanzen aufbauen will, muss keine hohen staatlichen Auflagen befürchten. Die Auflagen seien leicht zu erfüllen, sagt er.

Langsam wird die Fahrt doch lang, denn der Canyon mit den Greifvögeln ist noch längst nicht erreicht. Die Dämmerung bricht an. An einem Zeltplatz steigt er auch noch aus, um Kaffeekannen einzusammeln, die von einer Führung durchs Gelände stammen. In der Nähe stehen Bienenkästen. Der Verein ist auf Spenden angewiesen. Er finanziert sich auch durch biologischen Anbau von  Oliven, Mandeln und Früchten für Marmelade.

Durchstreifen und erleben Sie das erste private Naturreservat Portugals in diesem Video.

Endlich hält er vor dem 200 Meter tiefen Canyon an einem kleinen Taubenhaus, das weißgekalkt und halbrund wie ein Hufeisen geformt ist. „Taubenhäuser wurden hier um 1930 erbaut“, erzählt er. „Zwischen den Weltkriegen gab es an diesem Ort noch intensive Landwirtschaft. Was wir heute hier sehen, ist eine Erinnerung an harte Arbeit. Tauben waren für die Bauern ein Leckerbissen. Zugleich düngten sie den Boden.

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